Stärker in die Zukunft!

Bildung und Wissenschaft - KSK Heinsberg 2019 - Bericht an die Gesellschaft

Bildung und Wissenschaft

Gutes Zeugnis für virtuelle Ausstellungen

Heinsberger Heimatgeschichte wandert ins Internet: Das Projekt eines virtuellen Heimatmuseums für den Kreis machte im vergangenen Jahr einen großen Schritt nach vorne.

Das NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung hat dem Projekt ein sogenanntes Heimatzeugnis ausgestellt. Das bedeutet konkret, dass das Projekt Fördermittel in Höhe von knapp 100.000 Euro erhalten wird und damit den größten Teil der Investitionskosten decken kann. In naher Zukunft kann nun eine erstaunliche Bandbreite von Objekten aus der Heinsberger Heimatgeschichte im Internet bewundert werden. Von steinzeitlichen Werkzeugen über Artefakte aus der gotischen Kirche Sankt Gangolf in Heinsberg bis zu Wohnungsinventar aus der Biedermeier- und Gründerzeit.

Das Konzept einer digitalen Ausstellung passt zwar in die Corona-Zeit, entstanden ist es aber lange davor, und das hat vor allem praktische Gründe. Das sogenannte Begas Haus, in dem das Kreisheimatmuseum Heinsberg traditionell seinen Platz hatte, wurde in den Jahren 2010 bis 2014 umgebaut, neugestaltet und widmet sich neben der Regionalgeschichte nun auch dem Leben und Wirken der Heinsberger Künstlerdynastie Begas. Daher mussten etwa 5.000 Objekte aus dem Bestand des Heimatmuseums vorerst ausgelagert werden. Sie befinden sich in der Obhut der gemeinnützigen Prospex gGmbH in Heinsberg-Oberbruch.

Bei den Museumsverantwortlichen und beim Heimatverein der Heinsberger Lande blieb der Wunsch, diese Objekte auch weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Für das Museum bestand außerdem die Notwendigkeit, den gesamten Bestand digital neu zu erfassen und zu inventarisieren. Beides zusammen bildete die Grundlage für ein neues Museumskonzept, dass eine ganz besondere Form von digitaler Heimatkunde ermöglicht. Auf der Internetseite des Museums wird ein eigener Bereich eingerichtet, in dem die Exponate in einer virtuellen Ausstellung zu sehen sind. Im Begas Haus sollen sie über eine digitale Medienstation abrufbar sein. Die digitale Aufbereitung bietet außerdem viele Anschlussmöglichkeiten für den schulischen Unterricht und museumspädagogische Konzepte. Kinder und Jugendliche, die mit digitalen Medien groß geworden sind, können auf diesen Weg oft sehr viel intuitiver und spielerischer an pädagogische Inhalte herangeführt werden als mit traditionellen Mitteln.

Es ist auch nicht das erste Projekt seiner Art im Kreis. Ein weiteres Beispiel ist das Heimatmuseum der Erkelenzer Lande, das Ende 2018 an den Start ging und ausschließlich über das Internet zugänglich ist. Auch hier entstand das Projekt vor einem ganz konkreten Hintergrund. Im Zuge des Braunkohlebergbaus verschwanden einige Ortschaften im Osten des Kreises und mit ihnen architektonische und landschaftliche Zeugnisse, die nicht bewahrt werden konnten. Das Heimatmuseum bietet die Möglichkeit, die Erinnerung wenigstens virtuell festzuhalten und für nachfolgende Generationen zugänglich zu machen.

Auch das Erkelenzer Museum profitiert von der Förderung durch ein Heimatzeugnis des Landes. In beiden Fällen war zudem die Unterstützung durch Spenden und Sponsorings eine unschätzbare Hilfe. Die Kreissparkasse Heinsberg beteiligte sich an beiden Projekten mit Spenden und leistete damit einen wichtigen Beitrag, um Kultur- und Bildungsangebote in zukunftsfähigen Formaten zu präsentieren.

„Museen ermöglichen Menschen – unabhängig von Herkunft und Bildungsstand – neues Wissen und interessante Erfahrungen“, begründet der KSK-Vorstandsvorsitzende Thomas Giessing das Engagement des Instituts. Die Vielfältigkeit der Museumslandschaft im Kreis unterstützt das Institut übrigens auch an anderer Stelle. So spendete es insgesamt 10.000 Euro an die Museen im Kreis, als der internationale Museumstag 2020 aufgrund der Corona-Krise abgesagt werden musste. „Damit danken wir allen in den Museen Tätigen für ihre Arbeit in diesen schwierigen Zeiten und leisten unseren Beitrag dazu, dass spätestens im Rahmen des Museumstages 2021 wieder viele staunende Blicke auf die Museen im Kreis Heinsberg gerichtet werden“, erklärte Thomas Giessing anlässlich der Spendenübergabe und richtete den Blick bereits wieder nach vorne.

Förderung regionaler Bildungsangebote

Fehlende Bildung ist ein hohes Armutsrisiko. Gerade einkommensschwache Bevölkerungsgruppen sind angesichts knapper öffentlicher Kassen und begrenzter Fördermittel gefährdet, den Zugang zum Arbeitsmarkt zu verlieren. Damit können sich ihre Chancen auf eine positive Lebensgestaltung schmälern. Als gemeinwohlorientiertes Kreditinstitut fördern wir deshalb Aktivitäten, die zur Stärkung von wirtschaftlicher und sozialer Teilhabe befähigen, insbesondere Bildungs- und Fortbildungsangebote in der Region, die Menschen aller Altersgruppen und Einkommensbereiche zugutekommen. 

Seit über 55 Jahren beteiligen wir über unseren Pädagogischen Beirat Fachleute aller kreisansässigen Schulformen und des Elementarbereichs an der Förderung der Bildung in unserer Region. So werden ein übergreifender Austausch zu Schulthemen und pädagogischen Fragen sowie die Initiierung von Schülerprojekten oder Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer möglich. Rund 43.400 Euro stellten wir 2019 für die Bildungsförderung zur Verfügung, die 83 Projekten zugutekamen.

I7 Förderung von Bildung und Wissenschaft
I7 Förderprojekte der Sparkasse Anzahl Fördervolumen in €
Geförderte Projekte insgesamt 83 43.421
Beispielhafte Aktivitäten:
Öffentliche Bücherschränke
Verkehrssicherheitsaktionen an Schulen
Stipendien
I7 Wissenschaftsförderung der Sparkassen-Finanzgruppe e. V. Fördervolumen in € Nutzer*innen
Mitgliedschaft in der Wissenschaftsförderung der Sparkassen-Finanzgruppe e. V. 3.569 n. e.

Teilzeitausbildung: Wenig bekannt, aber mit guten Chancen

Ausbildung geht auch in Teilzeit: Für Menschen, die aufgrund verschiedener Faktoren keine Vollzeitausbildung anstreben können, bietet eine Teilzeitausbildung gute Chancen auf eine anerkannte berufliche Qualifikation. Noch ist diese Option aber wenig bekannt: Laut Bundesinstitut für Berufsbildung entfielen 2019 darauf nur 0,4 Prozent aller neuen Ausbildungsverträge.

Kfz-Branche: Ausbildungsinitiative wird fortgesetzt

Klares Signal in der Krise: Die Kfz-Branche will gezielt weiter Nachwuchskräfte für Ausbildung und Karriere in der Automobilindustrie gewinnen. Die Nachwuchsinitiative „AutoBerufe – Mach Deinen Weg!“ soll fortgesetzt und gezielt durch Maßnahmen zum Digitalen Recruiting ergänzt werden, um Ausbildungsbetriebe und Bewerber*innen zusammenzuführen.

DGB-Report: Die Mehrzahl der Azubis ist zufrieden mit ihrer Ausbildung

Der weitaus größte Teil der Auszubildenden in Deutschland ist zufrieden oder sogar sehr zufrieden mit der eigenen Ausbildung: Das geht aus dem neuen Ausbildungsreport des DGB hervor, der Ende August veröffentlicht wurde. Am höchsten ist die Zufriedenheit bei Industriemechaniker*innen und Verwaltungsfachangestellten.

Ausbildung in Corona-Zeiten: Jetzt die Fachkräfte von morgen sichern

„Kaum eine Region in Deutschland hat so viel Lösungskompetenz wie unsere“, sagte IHK-Präsidentin Gisela Kohl-Vogel im März. Da waren die Corona-Pandemie und ihre Folgen noch nicht abzuschätzen. In der aktuellen Krise sieht Kohl-Vogel aber auch ermutigende Signale, wie etwa im Umstand, dass die meisten Betriebe im Kammer­bezirk auch weiterhin stark ausbilden wollen.

Thomas Giessing: Veränderung gestalten und die Zukunft besser machen

„Als Sparkasse sind wir den Menschen in unserer Region ganz besonders verpflichtet,“ sagt Thomas Giessing, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Heinsberg. „Es gehört zu unserem Auftrag, zu Wohlstand, Lebensqualität und Wachstum im Kreis Heinsberg beizutragen. Mehr denn je erfordert das einen Blick, der über den eigenen Tellerrand hinausgeht und den Dialog sucht mit wichtigen Akteuren im Kreis, aber auch in der Nachbarschaft und darüber hinaus.“

Themenfokus Herbst: Sichere Ausbildung in Krisenzeiten!?

Die Corona-Pandemie hat mit voller Wucht auch den gesamten Bereich der Aus- und Weiterbildung erfasst. Neue Förderinitiativen sollen Unternehmen dabei unterstützen, bestehende Ausbildungsplätze zu sichern. Wie kann das im Kreis Heinsberg am besten gelingen? Wer muss sich um die Umsetzung der Maßnahmen kümmern und reichen diese aus? Oder ist Corona nur das Brennglas, das vorher schon bestehende strukturelle Probleme mit Nachdruck zutage fördert. Diskutieren Sie mit …